Domkantor Oliver Sperling über „Speak! – Jugendliche rappen Mozarts Requiem“

Mozart und Rap. Trauermusik und Sprechgesang. Auf diese Kombination muss man erst einmal kommen. Vielleicht würde sich das Wunderkind des 18. Jahrhunderts heute im Grab herumdrehen, wenn es seine unvollendet gebliebene Totenmesse in einer solchen Performance erleben würde. Denn das hätte sich der 35jährige Wolfgang Amadeus 1791 wohl nicht träumen lassen, als er sich in seiner letzten Lebensphase mehr und mehr mit Kirchenmusik beschäftigte und in den ihm noch verbleibenden Monaten und Wochen schließlich mit der Niederschrift eines Requiems begann. Aber vielleicht ist es ja genau das, was es Jugendlichen über 200 Jahre später leicht macht, sich der Musik dieser Zeit und damit einem ihrer größten Protagonisten zu nähern. Und dies mit ganz eigenen Ideen, mit sehr subjektiven Vorlieben für Außergewöhnliches und mit einem Musikgeschmack, der – heute wie damals – zeitgemäßer Ausdruck eines Lebensgefühls, einer Gesellschaft und einer ganzen Epoche ist. 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s