Das Mozart Requiem (von Beatrice Tomasetti)

Das Requiem in d-Moll aus dem Jahr 1791 ist ein unvollständig gebliebenes Kompositionsfragment, da Mozart während der Arbeit an diesem Auftragswerk schwer erkrankte und bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 lediglich den Eröffnungssatz  „Requiem aeternam“ mit allen Orchester- und Vokalstimmen niederschreiben konnte. Das folgende Kyrie und der größte Teil der „Dies irae“-Sequenz bis „Confutatis“ waren lediglich in den Gesangsstimmen fertig gestellt, darüber hinaus waren verschiedentlich einige wichtige Orchesterpartien kurz skizziert. Der letzte Satz der Sequenz, das „Lacrimosa“, indes brach bereits nach acht Takten ab und blieb unvollständig. In den 1960er Jahren wurde eine Skizze für eine Amen-Fuge entdeckt, die offenbar das „Lacrimosa“ beenden sollte. Die folgenden beiden Sätze des Offertoriums, das „Domine Jesu Christe“ und das „Hostias“, waren wiederum in den Gesangsstimmen und teilweise im Continuo ausgearbeitet. Das Sanctus, das Benedictus, das Agnus Dei und Communio fehlten völlig. Als Vorbild – so wird es heute in der Musikforschung gesehen – mag Mozart das Requiem in c-Moll seines Zeitgenossen Michael Haydn, eines Bruders des berühmteren Joseph Haydn, gedient haben, an dessen Uraufführung Mozart als 15Jähriger im Orchester mitgewirkt hatte.

Dies Irae

Obwohl die Totenmesse nur zu etwa zwei Dritteln von ihm selbst stammt, ist sie eines seiner beliebtesten und dramatischsten Werke. Nach seinem Tod vervollständigten Schüler Mozarts, Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, das Requiem im Auftrag der Witwe Constanze Mozart. Ihr war sehr daran gelegen, das unvollständige Werk für den exzentrischen Grafen Franz von Walsegg fertig stellen zu lassen, um die bereits erfolgte Vorauszahlung nicht rückvergüten zu müssen und die zweite Hälfte der Kaufsumme erhalten zu können. Die Entstehungsgeschichte und Qualität der nachträglichen Ergänzungen wurden immer wieder kontrovers diskutiert. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang dieser Messe mit Mozarts frühem Tod haben unter anderem der These Vorschub geleistet, er habe sein frühes Ende vorausgeahnt und diese Gedenkmusik letztlich für sich selbst geschrieben.

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